Auftritt eines Versicherungsmaklers nach § 34d Absatz 1 GewO. Kein Versicherer und keine Übersicht über den Markt.
Für Beamtinnen, Beamte, Anwärterinnen und AnwärterBeamtinnen und Beamte: Beihilfe und der Anteil, der zu tragen bleibt
Beamtinnen und Beamte mit Beihilfeanspruch sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, ohne Rücksicht auf die Höhe der Bezüge. Was die Beihilfe trägt, was abzusichern bleibt und warum die Jahresarbeitsentgeltgrenze für diesen Weg keine Rolle spielt.
Worauf es ankommt
Nach § 6 Absatz 1 Nummer 2 SGB V sind Beamte, Richter und Soldaten versicherungsfrei, wenn sie nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder Grundsätzen bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist für diesen Weg ohne Bedeutung.
Ein eigener Weg, nicht der gleiche mit anderen Zahlen
Für Angestellte entscheidet die Jahresarbeitsentgeltgrenze über den Zugang. Für Beamtinnen und Beamte entscheidet sie gar nichts: § 6 Absatz 1 Nummer 2 SGB V knüpft die Versicherungsfreiheit an den Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge, nicht an eine Einkommenshöhe. Wer im Zusammenhang mit der Beihilfe eine Einkommensgrenze genannt bekommt, sollte nachfragen, worauf sie sich bezieht.
Die Beihilfe trägt einen Teil – der Rest ist die eigentliche Frage
Die Beihilfe erstattet einen prozentualen Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen. Der Anteil hängt vom Status und von der Zahl der berücksichtigungsfähigen Kinder ab und folgt aus Bundes- oder Landesrecht — er unterscheidet sich also je nach Dienstherr. Abzusichern ist der Teil, den die Beihilfe nicht trägt. Genau darauf sind beihilfeergänzende Tarife zugeschnitten; ein Tarif für Angestellte passt dazu nicht, weil er den ganzen Betrag absichert und damit an der Beihilfe vorbei.
Was sich mit dem Status ändert
Der Beihilfesatz ist nicht fest: Er kann sich ändern, wenn Kinder hinzukommen, wenn sich der Familienstand ändert oder mit dem Eintritt in den Ruhestand. Eine Absicherung, die diese Wechsel nicht mitgeht, sichert im ungünstigen Fall zu viel oder zu wenig. Welche Anpassungsmöglichkeiten ein Vertrag dafür vorsieht, steht in seinen Bedingungen und gehört vor dem Abschluss geklärt.
Anwärterinnen und Anwärter
Für die Zeit der Ausbildung gelten eigene Bedingungen, und die Entscheidung fällt hier früh — oft im ersten Monat des Dienstverhältnisses und ohne dass jemand darauf hinweist. Wer in dieser Phase steht, sollte den Beihilfesatz seines Dienstherrn und die Fristen kennen, bevor Fristen ablaufen.
Die Pflicht zur Versicherung gilt für den Rest
§ 193 Absatz 3 VVG verpflichtet grundsätzlich jeden mit Wohnsitz in Deutschland zu einer Krankheitskostenversicherung. Wer beihilfeberechtigt ist oder Anspruch auf freie Heilfürsorge hat, ist davon im Umfang dieser Berechtigung ausgenommen. Für den Teil, den die Beihilfe nicht trägt, bleibt die Pflicht bestehen. Fehlt für diesen Teil jede Krankheitskostenversicherung, ist das nicht nur ein Kostenrisiko, sondern auch ein Verstoß gegen eine gesetzliche Pflicht.
Heilfürsorge statt Beihilfe
Bei manchen Dienstherren tritt an die Stelle der Beihilfe die Heilfürsorge, etwa in Teilen von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr. Sie deckt die Behandlung während des aktiven Dienstes; mit dem Eintritt in den Ruhestand tritt bei Beamtinnen und Beamten in der Regel die Beihilfe an ihre Stelle, im Einzelnen nach dem Recht des Dienstherrn. Wer Heilfürsorge erhält, steht damit vor einer Frage, die erst Jahre später fällig wird: wie der Übergang abgesichert ist. Ob dafür eine Anwartschaft in Betracht kommt, die den späteren Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung offenhält, ist eine Frage an die Bedingungen des jeweiligen Tarifs.
Pauschale Beihilfe: eine Wahl, die einige Länder anbieten
Einige Länder bieten inzwischen eine pauschale Beihilfe an. Der Dienstherr beteiligt sich dann an den Beiträgen einer Krankenversicherung, auch an denen einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung, statt einzelne Rechnungen anteilig zu erstatten. Ob der eigene Dienstherr diese Möglichkeit vorsieht, bis wann sie gewählt werden muss und wie bindend die Wahl ist, regelt das jeweilige Recht des Bundes oder Landes. Die Entscheidung gehört vor der Antragstellung geklärt, weil sie sich häufig nicht ohne Weiteres zurücknehmen lässt.
Gesundheitsfragen gelten auch hier
Auch ein beihilfeergänzender Tarif wird mit Gesundheitsfragen beantragt, und die Anzeigepflicht nach § 19 VVG gilt ohne Unterschied. Wer bis zum Dienstantritt über die Eltern mitversichert war, hat die abgerechneten Behandlungen oft nicht vor Augen. Die Unterlagen gehören deshalb vor dem Antrag zusammengetragen, nicht danach.
Was vor dem Antrag geklärt sein sollte
Vier Angaben tragen die Entscheidung: der Beihilfesatz, der heute gilt, und der, der im Ruhestand gelten wird; die Frage, ob Heilfürsorge oder Beihilfe zusteht; ob der Dienstherr eine pauschale Beihilfe anbietet und bis wann sie gewählt werden müsste; und die Unterlagen für die Gesundheitsfragen. Die ersten drei kennt die Beihilfestelle oder die Personalverwaltung des Dienstherrn, die letzte nur man selbst. Erst wenn alle vier vorliegen, lässt sich ein Tarif sinnvoll auf die Lücke zuschneiden.
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Normbezug
- § 6 Absatz 1 Nummer 2 SGB V – Versicherungsfreiheit bei Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge
- § 193 Absatz 3 VVG – Pflicht zur Versicherung, Ausnahme im Umfang der Beihilfeberechtigung
- § 19 VVG – Anzeigepflicht
- § 257 SGB V – Beitragszuschüsse für Beschäftigte (gilt nicht für die Beihilfe)
Stand: 30.10.2026. Diese Seite ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.